Das ist Ihr Kunde wirklich wert!
Der Wert Ihrer Kunden
bestimmt den Wert Ihres
Unternehmens. Mithilfe einer
Risikoklassifizierung und einer
Kundenwertanalyse bestimmen Sie den
Wert und das Potenzial Ihrer Kunden.
Dabei gilt nicht die Devise, je
mehr Kunden Sie haben, umso
ertragreicher arbeiten Sie. Vielmehr
bestimmen der Wert und das Potenzial
jedes einzelnen Kunden den Erfolg
Ihrer Geschäfte.
Haben Sie also Datensätze von 10.000
B2B-Kunden in Ihrer Datenbank und
wollen diese für die Vermarktung
eines neuen Produkts einsetzen, so
lautet die erste Frage: Welche
Kunden sind es wert, dass Sie sie
anschreiben? Wenn Sie jetzt
feststellen, dass Sie den Wert Ihrer
Kunden für Ihr Unternehmen nicht
kennen und diesen auch nicht
einschätzen können, wird es Zeit,
zum einen Ihre Kunden zu
klassifizieren und zum anderen eine
Kundenwertanalyse durchzuführen.
In jedem Kundenportfolio finden sich
Risikokunden und Chancenkunden
ebenso wie Kunden von hohem Wert
oder mit hohem Potenzial. Manche
Kunden sind es wert, Zeit und Kosten
zu investieren, andere nicht. Diese
Unterscheidung müssen Sie treffen
können.
Bonität bestimmt den Grad
des Risikos
Der erste Schritt ist die
Risikoindentifizierung und die
Einteilung in Risikoklassen. Risiken
entstehen dabei vor allem aus dem
Grad der Ausfallwahrscheinlichkeit
Ihrer Forderungen für Waren und
Dienstleistungen. Eine bewährte
Methode, dieses Risiko
einzuschätzen, ist die Nutzung des
Bonitätsindex, den BÜRGEL jedem
Unternehmen zuordnet. Er errechnet
sich aus maßgeblichen finanziellen
Merkmalen, die in der BÜRGEL
Datenbank zu jedem Unternehmen
gespeichert sind. Dazu zählen
beispielsweise die uns vorliegenden
Finanzdaten sowie
Zahlungserfahrungen. Der
Bonitätsindex spiegelt insgesamt die
Solvenz eines Unternehmens wider.
Aufgrund seiner hohen Trennschärfe
bietet er Ihnen auch die Chance,
Ihre Kunden und Kundengruppen in
exakte Risikogruppen zu unterteilen.
In der BÜRGEL Klassifizierung
bereinigen wir zunächst Ihre
Kundendaten, bspw. um Dubletten, und
ergänzen sie um aktuelle Adressen.
Anschließend reichern wir jeden
einzelnen Kundendatensatz mit dem
BÜRGEL Bonitätsindex an. Auf dieser
Basis teilen wir dann Ihre
Kundendaten in Risikoklassen nach
der Ausfallwahrscheinlichkeit ein.
Eine Klassifizierung könnte
beispielsweise wie folgt aussehen:
- Klasse A: Bonitätsindex
zwischen 1,0 und 2,8
- Klasse B: Bonitätsindex
zwischen 2,9 und 3,9
- Klasse C: Bonitätsindex
zwischen 4,0 und 6,0
Typischerweise finden sich in
einem durchschnittlichen
Kundenportfolio rund 70 Prozent
A-Kunden, 20 Prozent B-Kunden und
bis zu 10 Prozent Kunden der
Risikoklasse C mit einem
Bonitätsindex zwischen 4,0 und 6,0.
Risikoklassifizierung als
Basis der Wertanalyse
Diese Klassifizierung ist die Basis
für die Erstellung einer
Kundenwertanalyse. Diese kann zum
einen rückwirkend erfolgen oder in
der Prognose den Customer Lifetime
Value ermitteln. Sinnvollerweise
sollte eine Wertanalyse nur mit den
Risikoklassen A und B erfolgen, denn
Kunden mit einem Bonitätsindex
schlechter als 4,0 verfügen in der
Regel nicht über ausreichendes
Potenzial. Soweit die Kunden nicht
insolvent sind, lohnt es sich aber,
auch die C-Kunden weiterhin im
Portfolio zu halten und nach 6 bis
12 Monaten erneut zu klassifizieren.
Alles fließt, das gilt auch für die
finanzielle Situation von
Unternehmen.
In der rückwirkenden Variante
wird der Kundenwert anhand des dem
Kunden für einen bestimmten Zeitraum
direkt zurechenbaren Aufwands und
Ertrags der letzten Jahre bestimmt.
Dafür werden folgende Kosten pro
Kunde oder auch Kundengruppe
aufsaldiert:
- Umsatzerlöse (UE): direkt
zurechenbare Umsätze
- Transaktionsspezifische
Kosten (TK): Kosten der Ware
und/oder Dienstleistung, die vom
Kunden bezogen wurde, sowie
Kosten der Warenlieferung
(Transport), Bestellabwicklung,
ggf. Mahnkosten
- Anteilige Kosten für
Service, Sales und Customer Care
- Markting- und Servicekosten
(MSK): Direktmarketingmaßnahmen,
Akquisekosten direkt zurechenbar
oder Durchschnittswert
Aus diesen Bestandteilen lässt
sich für jeden Kunden ein Wert
ermitteln, aus dem rückwirkend
betrachtet hervorgeht, welcher Kunde
für das Unternehmen profitabel bzw.
unprofitabel ist. Darüber hinaus
lässt sich der Einfluss bestimmter
Marketingmaßnahmen auf den
Kundenwert ermitteln. Insbesondere
der Wert von Akquisemaßnahmen ist
oftmals erst nach einigen
Betrachtungsperioden bewertbar.
Mit dieser Art der
Kundenwertanalyse kann auch
aufgezeigt werden, ob offensichtlich
gut funktionierende Response-Hebel
wie Rabattierungen oder Gewinnspiele
überwiegend Einmalkäufer bzw.
preissensible Kunden anziehen, die
wiederum mittelfristig nur wenig bis
gar nicht zum Deckungsbeitrag des
Unternehmens beitragen. Entsprechend
lassen sich daraus Rückschlüsse
ziehen, die Marketingmaßnahmen
anzupassen bzw. die Zielgruppen neu
auszuwählen.
Die Kundenwertanalyse sollte
sinnvollerweise mindestens einmal im
Jahr durchgeführt werden, um
entsprechend die Budgets für weitere
Vertriebs- und Marketingmaßnahmen
festlegen zu können.
Der Zukunftswert des
Kunden
Eine weitere Methode, den Kundenwert
als Beitrag zum Unternehmenserfolg
zu ermitteln, ist der Customer
Lifetime Value. Vereinfacht
dargestellt, wird dabei anhand
bestimmter Merkmale perspektivisch
für die kommenden bis zu fünf Jahre
eine Wert- und
Wertentwicklungsprognose
hinsichtlich des Deckungsbeitrags
erstellt. Richtig angewandt,
ermöglicht diese Methode Ihnen, eine
Umsatz-, Absatz- und Ertragsprognose
für Ihr Unternehmen in den kommenden
Jahren zu erstellen und aufzuzeigen,
wie sich Ihr Unternehmen auf Basis
des jetzigen Kundenbestandes
entwickeln wird. Sie können also
recht einfach das Cross- und
Up-Selling-Potenzial in Ihrem
Kundenstamm bestimmen.
Entsprechende Erwartungswerte
können Sie auch für das gesamte
Produktportfolio sowie für einzelne
Produktgruppen bilden. Im letzteren
Fall werden die Cross- und
Up-Selling-Erwartungen in den
Customer Lifetime Value integriert.
Ebenso wird mit den direkt
zurechenbaren Werbekosten verfahren,
die Sie ebenfalls für verschiedene
Produktgruppen prognostizieren
sollten. Im Ergebnis erhalten Sie
für jeden einzelnen Ihrer Kunden
eine Prognose hinsichtlich
- des künftigen Absatzes
- der daraus abzuleitenden
Transaktionskosten für Waren und
Dienstleistungen sowie
- den prognostizierten Wert
eines Kunden
Ebenso wie für den einzelnen
Kunden lässt sich die Prognose für
Kundensegmente oder auch das gesamte
(risikofreie bzw. risikoarme)
Kundenportfolio erstellen.
Periodisch durchgeführt, liefern
sowohl die Kundenwertanalyse als
auch der Customer Lifetime Value
eine gute Basis, um sichere
Rückschlüsse aus dem Kundenwert für
den Unternehmenswert zu ziehen und
entsprechende Maßnahmen im
Unternehmen einzuleiten. Beide
Methoden funktionieren aber nur,
wenn Ihre Kundendaten zuvor
bereinigt und klassifiziert wurden.
Quelle:
Bürgel-News 2/08